Palazzo Rezzonico

Der Palazzo Rezzonico ist eines der hervorragendsten Beispiele des venezianischen Barock.

Schwierigkeiten bei der Bauausführung verzögerten seine Vollendung um etwa ein Jahrhundert.

Cà-Rezzonico.jpg

Der Prokurator von San Marco, Filippo Bon, hatte Mitte des 17. Jahrhunderts den angesehensten Architekten der Zeit, Baldassarre Longhena, mit der Errichtung beauftragt. Longhena konnte die Vollendung seines Werkes nicht mehr erleben, denn als er 1682 starb, war die Prachtfassade zum Canal Grande mit dem dreifachen Tor erst bis zum ersten Obergeschoß gediehen. Der hintere Gebäudeteil zum Campo San Barnaba war jedoch fertiggestellt und die Familie bereits eingezogen. Wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten sahen sich die Erben von Filippo Bon gezwungen, das Gebäude zu verkaufen, das zum Symbol ihrer jahrhundertelangen Unternehmertätigkeit hätte werden sollen. Im Jahre 1751 wurde es von den Rezzonico erworben, einer Familie lombardischer Abstammung. Ihren recht jungen Adelstitel hatten sich die Rezzonico 1687 durch die Zahlung einer ansehnlichen Summe in die leeren Staatskassen der Republik erkauft. Die Vollendung des Palastes vertrauten sie Giorgio Masari an. Der junge Architekt nahm an dem ursprünglichen Entwurf einige Änderungen vor, insbesondere am zweiten Obergeschoß zum Canal Grande. Darüber hinaus schuf er einen eindrucksvollen Eingang von der Landseite her. Über eine imposante Freitreppe gelangte man in den Ballsaal im ersten Stock, der wegen seiner Größe und Ausstattung, aber auch wegen seiner Lage im Vergleich zur traditionellen Raumaufteilung der venezianischen Paläste recht ungewöhnlich ist.

Ballsaal-Cà-Rezzonico.jpg

Die Arbeiten müssen rasch vorangegangen sein, denn im Palast fanden 1758 die prunkvollen Feste und Ferien statt, die die Wahl Carlo Rezzonicos, Bischof von Padua, zum Papst (Clemens XIII.) begleiteten. Die Kostbarkeiten, mit denen der Palast ausgestattet wurde, zeugen vom pompösen Lebensstil der Familie Rezzonico. Innerhalb von nur 50 Jahren stellten die Rezzonico auf Empfehlung Clemens XIII. Rezzonico, der für seinen Nepotismus bekannt war, zwei Kardinäle und einen Prokurator von San Marco. Das Glück war der Familie jedoch nur wenig mehr als ein halbes Jahrhundert gewogen. Bereits im Jahre 1810 verstarb der letzte Familienangehörige. Den Palast bewohnten nun verschiedene Besitzer, auch bekannte Persönlichkeiten wie Carlo Pindemonte, Verwandter des Dichters Ippolito Pindemonte, und der Maler Robert Barret Browning, Sohn des englischen Dichters Robert Browning. Browning junior starb im Jahre 1889 in den einstigen Privatgemächern Clemens XIII. 1934 erwarb die Stadtverwaltung von Venedig den Palazzo, um darin das Museo del Settecento Veneziano einzurichten.

www.carezzonico.visitmuve.it/en/home